≡ Menü

Apples AirPods – Viel Licht, wenig Schatten

Ich habe „Apple-Ohren“. Ich war von den EarPods begeistert, seit ich sie das erste mal in den Ohren hatte. Zuerst die mit 3,5mm Klinken-Stecker, mit meinem iPhone7 dann die Lightning-Variante und jetzt also ganz ohne Kabel. Und ich bin froh, die 179€ ausgegeben zu haben. Fast ohne Einschränkungen…

Das erste, das mir beim Auspacken auffiel sind die Abmessungen des Ladecase‘, in dem die AirPods stecken. Es ist viel kleiner, als ich erwartet habe und passt locker in die Hosentasche ohne zu stören. Apple-typisch ist alles in reinem weiß gehalten, von der Verpackung, über das Transport-Dock, wie ich das Ladecase auch nenne, bis hin zu den AirPods selbst. Mitgeliefert wird darüber hinaus ein Lightning-Kabel zum Aufladen des Cases.

Auspacken, aufklappen, genießen

Ohne viele Umstände hält man sofort das Ladecase mit den AirPods in den Händen. Und ist ein iPhone in der Nähe, wird das Pairing sofort initiiert, sobald man das Case öffnet. Auf dem iPhone-Display erscheint eine schön in Szene gesetzte Animation der AirPods und der „Verbinden“-Button. Nach dem Verbinden wird man über den Ladezustand der AirPods und, getrennt davon, des Ladecase‘ informiert.

Dabei haben die AirPods eine Laufzeit von ca. 5 Std. mit einer Leistungsaufnahme von 93mW * 2 AirPods = 186 mW. Der Akku im Ladecase hat eine Nennkapazität von 389 mAh, liefert bei genannten 3,81 V also 1,52 Wh und kann die AirPods ca 8x aufladen (1,52 Wh / 186 mWh). Apple gibt hier nur konservative 5 vollständige Ladungen an und somit eine Gesamtlaufzeit der AirPods von ca. 25 Std. In der Realität dürfte man deutlich länger über die Runden kommen. Das ist schon beachtlich.

Zum Laden im Case werden die AirPods magnetisch im Gehäuse gehalten. Das sorgt auch dafür, dass sie nicht gleich heraus fallen, wenn man den Ladecase-Deckel öffnet. Direkt nach dem Öffnen zeigt eine kleine LED den Ladezustand in Orange – nicht vollständig geladen – oder grün – vollständig geladen – an. Abhängig davon, ob die AirPods im Case sind, oder nicht, handelt es sich um den Ladezustand der AirPods, oder eben des Ladecase‘.

Komfort pur…

Sind die AirPods mit einem iPhone/iPad/AppleWatch/Mac verbunden, wird das Pairing sofort mit allen am gleichen iCloud Account angemeldeten Geräten synchronisiert. Ohne jedes einzelne Gerät verbinden zu müssen, sind die AirPods sofort überall als Ausgabegerät verfügbar.

Auch der Wechsel von einem Gerät zum anderen erfordert häufig nicht mal eine aktive Auswahl der AirPods als Ziel. Trägt man einen AirPod im Ohr, ist dieser also aktiv, kann ich am iPad die Wiedergabe stoppen, auf dem iPhone die Wiedergabe starten und sofort übernimmt das iPhone die Ausgabe auf die AirPods. Nur hin und wieder, z.B. am Mac muss man explizit das Ausgabegerät auswählen.

Auch die Steuerung der Wiedergabe könnte kaum besser geregelt sein. Nehme ich einen AirPod aus den Ohren pausiert die Wiedergabe sofort. Setze ich ihn wieder ein, wird die Wiedergabe fortgesetzt. Das funktioniert sowohl mit einem einzelnen AirPod, der dann die Quelle in Mono ausgibt, wie auch mit beiden AirPods in den Ohren. Mono und Stereo werden übrigens nahtlos umgeschaltet, sobald man den zweiten AirPod bei laufender Wiedergabe ins Ohr setzt.

Alle weiteren Aktionen muss ich direkt am Gerät steuern. Lautstärke, vor- und zurück springen oder Spulen sind nur mit den AirPods nicht möglich. Die einzige verfügbare Steuerungsmöglichkeit ist ein Doppel-Tap auf einen der AirPods, der wahlweise Wiedergabe/Pause steuert, oder Siri aktiviert (in den Einstellungen am iPhone einstellbar). Per Siri lässt sich dann aber auch die Lautstärke regeln und zum vorigen/nächsten Titel springen, oder im Titel vor- und zurück spulen.

… mit kleiner Schwäche

Das Pausieren per Siri funktioniert allerdings nur zuverlässig mit Apples eigenen Apps, also der Musik-App und der Podcast-App, die Apple bereits mit iOS ausliefert. Mit einer Fremd-App, wie z.B. iCatcher, einem Podcast-Player, klappt das (noch) nicht, sondern es greift das Standardverhalten, nachdem der Client bei Aktivierung von Siri sowieso pausiert, aber nach der Beendigung der Siri-Aktion, und sei es auch die Aufforderung „Pause“, die Wiedergabe (trotzdem) fortsetzt.

Klang und Tragekomfort

Wie ich bereits erwähnte, habe ich wohl „Apple-Ohren“. Bereits die früheren AirPods saßen bei mir immer super. Nichts drückt, nichts wackelt und auch Joggen, oder heftiges Kopfschütteln sorgt bei mir nicht dafür, dass mir die Ear-, oder AirPods aus den Ohren fallen. Im Gegensatz dazu habe ich mit „normalen“ InEars immer – und ich meine wirklich immer – Schwierigkeiten. Entweder sie tun mir nach einer Weile weh, oder sie rutschen mir beim Sport aus den dann auch leicht schweißigen Ohren. Mit den AirPods habe ich dieses Problem nicht.

Dazu kommt ein durchaus ausgewogener Klang. Die Bässe sind IMHO etwas kräftiger, als noch beim kabelgebundenen Vorgänger, aber nach wie vor liefert Apple auch gute Höhen und Mitteltöne. Musik wird in sehr ordentlicher Qualität wiedergegeben. Beim Einsatz als Headset zum Telefonieren haben mir alle versichert, dass ich sehr gut zu verstehen bin und auch ich hatte immer eine glasklare Stimme im Ohr.

Im Gegensatz zu reinen InEars mit Silikonstopfen schließen die AirPods nicht so dicht gegen Umgebungsgeräusche ab. Das kann in sehr lauter Umgebung nachteilig sein.

Reichweite

Ein weiteres Highlight ist die hervorragende Verbindungsqualität zwischen den AirPods und – in meinem Fall – dem iPhone 7 Plus. Bei Bluetooth-Kopfhörern aus der Gattung „mehr-als-günstig“ kennt man das Beständige knacken und die Aussetzer sobald man nur den Kopf ein wenig zu weit dreht, während das iPhone in der Hosentasche steckt. Mit den AirPods habe ich in der Wohnung eine Reichweite durch mehrere Wände hindurch und im Freien habe ich es locker auf 30m gebracht. Das kann sonst nur mein Sennheiser Momentum Wireless. Vermutlich spielt auch hier Apples W1 Chip seine Stärken aus, der bei passender Gegenstelle die Bluetooth-Verbindung tatkräftig unterstützt.

Fazit

Alles in Allem ist Apple wieder ein großer Wurf gelungen. Die AirPods halten das, was ich mir davon versprochen habe: Komplett kabelloser Musikgenuss, guter Sitz und einfache Bedienung. Die einzige Einschränkung sehe ich im Moment in der nur teilweise möglichen Siri-Steuerung bei Dritt-Apps. Das war’s dann aber auch schon.

Wer komplett kabellose InEars für sein iPhone sucht, kann bedenkenlos zuschlagen. Es stimmt eigentlich alles: Technik, Komfort und Klang. Einzige Voraussetzung: „Apple-Ohren“. Die AirPods müssen einem natürlich passen. Dann sind aber auch die knapp 180€, die Apple für die AirPods aufruft durchaus angemessen. Das ist zumindest meine Meinung.

Natürlich interessiert mich auch eure Meinung. Haltet ihr die 179€ auch für angemessen, oder findet ihr das total überzogen?

 


Galerie

{ 2 Kommentare… add one }
  • Jens 31. Dezember 2016, 23:21

    Ich finde 179€ teuer, aber das passt schon. Die Dinger benutzt man ja jeden Tag und dann darf das Geld kosten. Man muss sich das vielleicht auch ersparen.
    Mich würde auch die fehlende Bedienung per Fernbedienung nicht steuern. Dazu hat man ja seine Smartwatch. ¯\_(ツ)_/¯

    Als Androidbenutzer hab ich aber keinen Grund die Dinger zu kaufen. Das coole pairing geht halt nicht.

  • Chris 14. Januar 2017, 01:54

    Hallo,
    Sehr schöner Testbericht aber die Kopfhörer an sich sind etwas teuer :O

Trackbacks

Hinterlasse einen Kommentar

*