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Nachlese: WWDC 2016 Keynote

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Auch dieses Jahr stellt Apple uns wieder die zu erwartenden Neuerungen für seine Betriebssysteme vor. Und beginnt gleich damit, eines davon umzubenennen.

Nicht alles, was vorgestellt wurde, halte ich für revolutionär. Vieles betrifft uns in Europa auch erstmal gar nicht. Und manches gilt nur für einen – sehr kleinen – Teil.

macOS

Die Umbenennung von OS X zu macOS, das zusätzlich den schönen namen Sierra erhält, war erwartet worden und ist nur konsequent. Obendrauf gibt es noch ein paar nette Neuerungen, auf die ich schon länger gewartet habe.

Als erstes und mir persönlich am wichtigsten ist die Integration von Siri. Endlich kann ich den Sprachassistenten auch am Mac nutzen. Je besser Siri über die Jahre geworden ist, umso mehr setze ich ihn bereits auf dem iPhone ein, um z.B. Musik zu starten, Anrufe zu tätigen, Suchen auszuführen und Nachrichten zu diktieren. Ganz sicher werde ich testen, wie gut sich Siri als Dokumenten-Finder macht.

Hinzugekommen sind auch ein paar Funktionen, die man bisher bereits mit Dritt-Apps bewerkstelligen konnte: Zum einen gibt es ein Device übergreifendes Clipboard (das ich mal getestet, aber nur sehr selten gebraucht habe), den Unlock des Mac mit der AppleWatch (habe ich mit meinem iPhone gemacht, ging aber nur mäßig. Da bin ich etwas neidisch) und neue Möglichkeiten für Photos, um seine ganz persönlichen Momente zusammen zu stellen.

Cool finde ich auch, dass Videos jetzt als PiP laufen können und das Tabs als OS integriertes Feature kommen. Beides werde ich sicher nutzen.

Eine richtige iTunes Überarbeitung lässt leider weiterhin auf sich warten. Und Apple Pay ist (und bleibt wohl vorerst auch) kein Thema in deutschen Landen.

iOS

Die größten Neuerungen gibt es für die 10. Ausgabe von iOS. Um der runden Zahl gerecht zu werden, hat Apple 10 Punkte herausgehoben, die das mobile Betriebssystem zum Teil deutlich nach vorne bringen.

Ob man die Spielereien, die in iMessages Einzug halten wirklich braucht, sei dahingestellt. Fakt ist, dass Apple sich sehr viel Mühe gibt, den eigenen Dienst weiterhin als Alternative zu WhatsApp und Facebook Messenger anzubieten. Und schlecht ist es nicht, was sie sich haben einfallen lassen. Mir persönlich gefällt die Emoji-Ersetzung am besten. Ich mag Emojis. Und wenn ich nur auf’s Wort klicken muss, um die Pizza durch das Pizza-Ecken-Emoji zu ersetzen, spart mir das schon die Suche danach, ob es das überhaupt gibt.

Einen ganz großen Schritt macht Siri auch auf iOS. Die API öffnet sich für Dritt-Apps. Wie weit diese Integration geht, bleibt abzuwarten. Und wie gut Siri wirklich die zum Teil doch speziellen Sprachanforderungen der Apps bedienen kann, auch. Ich hoffe sehr, es klappt.

Das es bisher immer nötig war zwischen der deutschen und der englischen Tastatur hin und her zu wechseln, hat mich sehr genervt. Endlich hat Apple ein Einsehen und lässt es zu, zwei Sprachen parallel zu nutzen. Zusätzlich sollen die Wortvorschläge nicht mehr nur Wortvorschläge sein, sondern im Kontext auch z.B. Teleonnummern aus den Kontakten, Geburtsdaten und anderes ergänzen.

Sehr gut fand ich auch, dass noch einmal klar gemacht wurde, dass die Privatsphäre der Benutzer für Apple eine herausragende Rolle spielt. Die Indizierung von Fotos und die damit einhergehende Suche nach Personen, der Umgebung, etc. passiert ausschließlich auf dem Gerät selbst. Siri-Anfragen und die Nutzung von Apple Maps findet nur verschlüsselt statt. Nach eigenen Angaben nutzt Apple diese Daten somit nicht, um Benutzerprofile anzulegen. Und meiner Meinung nach ist Apple das Unternehmen, dem ich das am ehesten abnehme. Im Gegensatz zu Google ist Apple eben nicht darauf angewiesen, personalisierte Werbung zu verkaufen, sondern macht seinen Umsatz noch immer mit Hardware und Services wie dem AppStore.

watchOS

Mit watchOS 3 wertet Apple auch die Smartwatch deutlich auf. Apps laufen nativ auf der Uhr, können Daten im Speicher halten und reagieren somit deutlich schneller auf Aufruf und Eingaben. Die Bedienung an sich hat sich gefühlt mehr an iOS angeglichen und nutzt nun auch die Multitasking Ansicht für den App-Wechsel. Fitness-Daten können mit Freunden geteilt werden und man sich gegenseitig anstacheln, noch ein paar Schritte mehr zu tun.

Auch auf der AppleWatch hat man die iMessages aufgebohrt und in der Bedienung deutlich vereinfacht. Mir gefällt vor Allem dieses Scribble-Feature, dass es erlaubt, so gut es die kleine Fläche hergibt, manuell Eingaben zu machen, ohne zwangsläufig diktieren zu müssen.

Mir juckt es immer mehr in den Fingern und wenn Apple nicht bald das Nachfolgemodell vorstellt, muss ich mir vielleicht doch noch die aktuelle AppleWatch zulegen.

tvOS

Die Änderungen an tvOS sind für deutsche Nutzer leider sehr gering ausgefallen. Es gibt einen Dark-Mode für die Darstellung der Oberfläche und endlich hat man auch die Remote App for iOS überarbeitet. Alle Funktionen, die die Apple Remote für das AppleTV bietet, können jetzt auch über die App genutzt werden. Das war’s aber auch im Großen und Ganzen schon.

Die schönen neuen Kanäle, das Single-Sign-On und auch die eher marginalen Möglichkeiten, die HomeKit bietet, reißen mich jetzt nicht so richtig vom Hocker, oder sind sowieso nur in den USA verfügbar. Da sollte eigentlich noch etwas mehr gehen.

Fazit

Ich freue mich auf das neue macOS und auch auf iOS 10. Beide bringen durchaus interessante, nützliche und spannende Features mit. Natürlich ist vieles Evolution und nicht Revolution. Aber die braucht es auch nicht immer, wenn die Grundlage bereits stimmt. Manchmal ist Produktpflege und Weiterentwicklung der bessere Weg.
Nur für das AppleTV würde ich mir in Deutschland mehr Möglichkeiten wünschen. Das Potential, dass in dem kleinen Kasten steckt, wird leider nicht ausgeschöpft. Zu viele Interessen scheinen im deutschen Medienmarkt aufeinander zu prallen, als das man dem Kunden die Vorzüge der digitalen Welt schmackhaft (und damit auch Kaufanreiz-fördernd) macht.

Jetzt bin ich gespannt, wie Apple im Herbst mit der Hardware nachzieht. Aber auch für den Mac und im Besonderen für das iPhone erwarte ich keine großen Umbrüche. Spannender war da schon der Hinweis, dass Apple an einem neuen Filesystem arbeitet. Und das wird auch langsam Zeit.

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