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Nachlese: Apple Event September 2015

Apple-Event-09-2015-6Das war es also, das Apple Event rund um iPhone, iPad, AppleTV4 und Apple Watch. Und wie immer gab es viele Neuerungen zu sehen, vieles, das wir im Vorhinein schon erahnt haben und auch ein paar Enttäuschungen.

Wie es scheint, kann man sich auf die strikte Einhaltung der 90 oder auch 120 Minuten für die Vorstellung der Neuerungen rund um’s iPhone nicht mehr verlassen. Die Präsentation war quasi ebenso größer, bzw. länger, wie der Veranstaltungsort im Bill Graham Civic Auditorium in San Francisco. Und zugegebenermaßen gab es auch ein paar Längen. Für mich besonders bei der ein oder anderen Vorstellung von spezifischen Apps. Wer das ganze nicht gesehen hat, oder einfach noch einmal sehen möchte, kann das natürlich auf Apples Event Site tun.

Apple Watch

Alles begann mit der Apple Watch, für die es, wie erwartet, das neue watchOS 2.0 gibt. Damit sind dann endlich native Apps und auch Erweiterte Anzeigen für die Watch-Faces möglich. Und obwohl Apples Smartwatch immer noch recht neu ist, stehen so um die 10.000 Apps im Appstore bereit. Für mich ein Grund, die Apple Watch als die einzige Smartwatch zu sehen, die diese Bezeichnung auch verdient hat.

Die Demo der Apps aus dem Gesundheitsbereich fand ich recht beeindruckend. Auch wenn es sich hier um eine Nischenanwendung handelt, sieht man sehr deutlich, wo die Reise hingeht und wie eine Smartwatch im realen Leben sehr nutzbringend eingesetzt werden kann.

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Das Apple die Watch immer noch auch als Mode-Accessoire sieht wurde deutlich, als es um einige Neuerungen im Bereich der Armbänder ging. Da waren schon ein paar sehr schicke dabei.

Aber auch, wenn es mich in den Fingern juckt, werde ich auf die 2. Generation der Uhr warten. Allerdings auch aus finanziellen Gründen.

iPad Pro

Tjaja… Da ist es nun endlich, das große iPad Pro. Stolze 12,9″ Bildschirmdiagonale bringt es mit und damit ist der Screen genauso hoch, wie der des iPad Air 2 breit ist. Bei einem Seitenverhältnis von 4:3 (das ich übrigens immer noch für das beste Seitenverhältnis bei einem Tablet halte) bringt es damit 2732 x 2048 Pixel bei 264 ppi auf die virtuelle Waage.

Angefeuert wird es dabei vom neuen A9X SoC, der natürlich deutlich mehr Power hat, als seine Vorgänger. Ist ja klar 😉

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Gefallen hat mir der kurze Blick auf das große, virtuelle Keyboard, dass über deutlich mehr Tasten pro Layer verfügt und auch einiges an Zusatzfunktionen direkt zugreifbar macht.

Und geilen Sound macht’s wohl. Verbaut sind diesmal gleich vier Lautsprecher. Ich war (und bin es immer noch) skeptisch, dass man aus einem 6,9mm dünnen Gerät guten Sound heraus bekommt. Nimmt man aber das iPhone 6 als Maßstab, dass – und das ist der Punkt – für sein dünnes Design noch recht ordentliche Töne abliefert, kann ich mir vorstellen, dass das iPad Pro tatsächlich beeindruckend klingt; und noch mal: Für das Volumen, dass den Speakern in dem Gehäuse zur Verfügung steht!

Neues Zubehör, speziell für das iPad Pro gab es auch. (Zubehör bedeutet übrigens, dass es extra kostet. Nur, falls jemand dachte… Aber es ist Apple… Also… Gell!).

Zum einen den Apple Pencil, einen Eingabestift, der zumindest in der Demo alles richtig macht und sich vielleicht wirklich wie ein Stift verhält. Jeder, der es schonmal versucht hat, wird wissen, wie unterschiedlich das Gefühl des Schreibens und Zeichnens auf Papier und dann auf Glas tatsächlich ist. Ich persönlich würde mein iPad gerne auch als elektronischen Block für handschriftliche Notizen nutzen, habe aber noch keinen Stylus in den Händen gehabt, der mir wirklich ein „authentisches“ Schreibgefühl vermittelt hätte. Leider wird das auch der Apple Pencil nicht können. Jedenfalls nicht, solange ich mir kein neues iPad kaufe, denn der Stift ist aktuell nur für das neue iPad Pro erhältlich.

Dazu gibt’s noch das Smart Keyboard. Was soll man sagen… Für Vielschreiber gab es bereits diverse Tastaturen auf dem Markt. Diese hier, ist natürlich von Apple direkt und zu 100% auf das iPad Pro zugeschnitten. Wenn der Anschlag stimmt, ist das sicher gut. Aber nichts, was unglaublich innovativ wäre. Schließlich gab’s das sogar schon bei Microsoft. Seitenhieb verteil

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Apropos „Microsoft“! (Tolle Überleitung, gell ;)) Die Hölle fror am Mittwoch abend (MESZ) kurz zu, als ein Microsoft-Mitarbeiter auf der Apple-Event Bühne erschien und den Nutzen des Apple Pencil auf dem iPad Pro in den Microsoft Office Apps erläuterte. Also… Hallooo!? Was war denn das??? Ich war jedenfalls kurz baff, fand’s aber auch ganz cool. Zwar hat auch Adobe dann noch ein paar fancy Funktionen der neuen Creative Apps vorgestellt, das ging dann aber ziemlich unter.

AppleTV4

Ah, das neue AppleTV 4. Für mich ja das Highlight des Events. Das liegt aber vermutlich daran, dass ich auf das Gerät persönlich am meisten gespannt war und hier auch am ehesten Geld in neue Hardware investieren werde. Die ist natürlich schöner, schneller (A8 SoC) und besser (BT 4.0, WiFi 802.11ac MIMO).

Neben persönlichen Vorlieben gab es aber auch echten Fortschritt für das kleine „Hobby-Projekt“, denn das neue AppleTV bekommt ein eigenes Betriebssystem auf Basis von iOS 9: tvOS.

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Und damit dann auch endlich (endlich, endlich) einen AppStore. Und ein SDK. Und damit können Entwickler endlich (endlich, endlich) auch für das AppleTV entwickeln. Von speziellen Apps, wie der tollen MLB-App, die echt zeigt, wie Sport-Fernsehen aussehen kann, bis hin zu den erwarteten Spielen, die es dann auch als Universal-App über die kompletten iOS Geräte geben kann. Etwas hochtrabend hat Apple übrigens das nahtlose Weiterspielen versprochen, dass heute nicht mal vom iPhone auf’s iPad klappt. Ich bleibe skeptisch!

Cool ist die neue Remote, deren Steuerkreuz jetzt durch eine Touchfläche ersetzt wurde. Die Remote dient dann aber nicht nur zur Navigation durch die Apps und Menüs, sondern kopiert dank verbautem Gyroskop in den Spielen die Funktionen der Nintendo Wiimote ziemlich gut. Nicht neu, aber bewährt. Als alter Crossy Road (ihr wisst schon, dieses neue Hipster-Frogger) Fan hat mir übrigens die Multiplayer Variante echt gut gefallen. hier schadenfrohes Grinsen einsetzen

Siri ist dann ebenfalls mit an Board und mit einer eigenen Taste auf der Remote vertreten. Und wie es mit an Board ist! Das was da auf der Bühne an Sprachsteuerung durch die Film und Musikbibliothek gezeigt wurde, war tatsächlich das Innovativste, dass ich an dem Abend gesehen habe. Ich kann Siri fragen, was der Typ da in dem Film gerade gesagt hat und Siri spult kurz zurück und blendet Untertitel ein? Echt jetzt? Dass das auch auf Deutsch funktioniert und die olle Zicke nicht nur auf US-Englisch-Sprecher hört, glaube ich erst, wenn ich es selbst ausprobiert habe. Bis dahin vermute ich, wir bekommen das hierzulande im Jahre des Herrn 3048! Frühestens! Oder so!

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Zwischenfazit: Shut up and take my money!

iPhone 6S / 6S Plus

An sich erwartet man bei einem S-Modell nicht soo viel an Neuem. Wenn man ehrlich ist, war es auch gar nicht soo viel. Von außen sieht es schließlich immer noch aus wie ein iPhone 6. Wenn man nicht gerade die Rosé-Gold-Variante kauft. Die ist nämlich tatsächlich neu. Nix für mich, aber wer es mag… bitte schön.

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Und die Kamera ist auch neu und augenscheinlich noch mal deutlich besser, als die des iPhone 6. Man schießt jetzt mit 12 MP. Und sie heißt nun wieder iSight Camera und macht „Live Fotos“. Das ist dann so eine Art 3 Sekunden Vine-Video, da bei jedem Foto 1,5 sec. vor und nach dem Foto mit aufgezeichnet werden. 3D-Touched man das Foto dann, wird dieses Kurzvideo abgespielt, dass dem, trotzdem in voller 12MP Auflösung vorliegendem Foto mehr Leben einhauchen soll. Wer’s braucht… schulterzuck

Auch auf der Frontseite hat sich was getan. Selfies darf man nämlich jetzt auch mit etwas mehr Pixeln machen. 5MP Auflösung hätten wir hier zu bieten und dazu einen sogenannten Retina Flash. Das Display wird also als „Blitz“ missbraucht, um sich auch direkt nach dem erwachen und vor dem Anknipsen des Lichts im dunkeln „selfi-en“ zu können 😉

Auch cool ist, dass man mit dem iPhone 6s zwar 4K-Videos machen kann, das AppleTV 4 die Auflösung aber immer noch nicht wiedergibt. Es braucht wohl noch Platz für Innovationen. Glaub ich.

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Als tatsächliche Innovation beim iPhone geht dann schon eher 3D-Touch durch. Wer eines der neuen MacBooks mit Force-Touch-Trackpad besitzt, kennt das schon so ungefähr: Man tippt nicht nur kurz auf’s Trackpad/Display, sondern man drückt noch etwas fester durch. Das löst spezielle Funktionen aus. Ich hatte auf Twitter schon den Vergleich zum Tempomat im Auto gebracht. Man braucht es nicht unbedingt, aber hat man es erst, möchte man nicht mehr ohne. An machen stellen ist 3D-Touch eine Art neumodischer Rechtsklick, um dem Navi schon vor dem Start der App zu sagen, dass man bitte nach Hause möchte. Oder um ein Selfie zu schießen, ohne zuerst die Kamera-App zu öffnen. Es öffnet sich nämlich ein kleines Kontextmenü der App direkt im Homescreen. Dann gibt es aber auch so Funktionen wie eine kurze Overlay-Vorschau einer Mail direkt in der Post-Eingangs-Liste. Das fand ich schon wieder cool. Oder den Appwechsel durch 3D-Touch-Wischen vom Rand des iPhone Displays aus. Mal sehen, was da mit der Zeit noch alles kommt.

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Eine besondere App wurde übrigens auch vorgestellt. Nämlich die „Wechsel doch mal zum iPhone“-Android-App, die wohl Daten vom Android-Phone zu iOS portiert. Cleverer Schachzug, Apple! 😉

Zu guter Letzt

Der iCLoud Speicher wird günstiger. Endlich. Nachdem bereits alle anderen Anbieter Preise gesenkt haben, hat nun auch Apple ein Einsehen. Zumindest im Apple typischen Rahmen. Und das heißt soviel, wie

  • statt 20GB bekommt man für 0,99$ jetzt 50GB
  • 200GB kosten 2,99$ im Monat
  • und 1TB schlägt mit 9,99$/Monat zu Buche

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Besser als nichts. Mir reicht der 50er-Tarif und ich freue mich somit über 30GB mehr Platz zum gleichen Preis. Gut ist.

Fazit

Am Ende muss man sagen, dass es keine wirkliche Überraschung gab. Außer vielleicht den Auftritt von Microsoft 😉 Trotzdem machen alle vorgestellten Neuerungen einen runden, gelungenen Eindruck. Und Apple glaube ich halt, dass die meisten Dinge auch so funktionieren, wie präsentiert. Ob das auch auf Siri auf dem AppleTV zutrifft und ob es dazu den „großen“ Saal gebraucht hat… Nun ja. Gefallen hat’s mir trotzdem.

Ich hätte den Pencil gern für mein Air2. Und ich werde ganz sicher beim AppleTV 4 zuschlagen. Für das iPad Pro habe ich persönlich keinen Anwendungsfall. Ich bleibe bei meiner Kombination aus 4,7″ iPhone, 9,7″ iPad und 13″ MacBook. Das deckt für mich von der Couch über die Mobilität bis hin zur Produktivität alles ab.

Was hat euch denn am meisten beeindruckt? Also, wenn überhaupt. Oder seid ihr mit höheren Erwartungen in das Event eingestiegen und enttäuscht worden?
{ 4 Kommentare… add one }
  • lady_aeronaut 10. September 2015, 07:10

    Vielen Dank für Deinen Text. Du sprichst mir aus der Seele. Großes Ipad? Wohl nicht für den mobilen Gebrauch.
    Ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich innovatives erwartet. Ein sehr gutes Produkt welches in meinen Augen das Iphone 6 (Plus) und das Ipad Air 2 sind, wird schwer sein zu verbessern.
    Falls erlaubt, hier Korrekturvorschläge:
    „Man braucht es nicht unbdingt,“ sollte „unbedingt“ heißen
    „Es öffnen sich nämlich ein kleines Kontextmenü“ sollte „öffnet“ heißen.

    • Geiststreicher 10. September 2015, 08:14

      Danke für deinen Kommentar. Es hat wohl doch jeder seine eigene Arbeitsweise. Ich bin gespannt, wann ich die ersten iPad Pro mit Apple Pencil und Smart Keyboard sehe.
      Für Korrekturen jedweder Art bin ich übrigens immer dankbar.

  • Sir Apfelot 14. Januar 2016, 10:42

    Da gebe ich dir Recht: große Überraschungen gab es nicht. Trotzdem war es interessant und ich bin gespannt auf das nächste Apple Event.

    • Geiststreicher 14. Januar 2016, 13:51

      Wenn man den Gerüchten glauben darf, dann wird das nächste Apple Event ja so im April/Mai statt finden und uns ein – vermutlich – 4″ iPhone bescheren. Und ich kenne viele, die sich ein kleineres iPhone wünschen. Ich bin eher gespannt, was wir in Bezug auf iOS und OS X zu erwarten haben. IMHO hat’s da an so einigen stellen deutlich Luft nach oben. Und dass, obwohl ich beide Systeme für allen anderen überlegen halte 🙂

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