≡ Menü

Nachlese: WWDC 2015 Keynote

WWDC 2015 Logo

Nein, es gab kein AppleTV 4 auf der WWDC Keynote zu sehen. Überhaupt gab es gar keine neue Hardware. Muss ja auch nicht. Schließlich ist die WWDC eine Entwicklerkonferenz. Und bei Entwicklern dreht es sich hauptsächlich um Software. Davon gab es dann eine ganze Menge und sogar etwas neues zu sehen. Neben OS X und iOS gibt es jetzt auch watch OS.

Lang war sie, die Keynote zu Apples WWDC im Jahre 2015. An mancher Stelle war sie mir sogar zu lang. Aber egal, ob ein, zwei, oder mehr Stunden. Der Stream hielt 😉 Und wer die Keynote noch gar nicht gesehen hat, kann sie, wie immer, auf der Apple Event Website bereits hinterher schauen.

Dabei ging es am nach einem sehr geilen Einführungsvideo gleich in medias res. Nur sehr wenige Zahlen wurden von Tim Cook durch den Raum geworfen bevor Craig Federighi die Bühne betrat und das neue OS X vorstellte. Name: El Capitan. Also nicht der von Federighi. Der ist immer noch „HairForceOne“ ;). OS X heißt jetzt „El Capitan“.

OS X „El Capitan“

Im Großen und Ganzen ist das neue OS X eher Evolution, denn Revolution. Raumgreifende neue Features sucht man vergeblich. Dafür versucht Apple mit diversen nicht ganz so großen Änderungen die Benutzererfahrung zu verbessern.

Für mich stachen zwei Dinge besonders heraus:

  • Das Fensterhandling wurde an vielen Stellen verbessert. Wie unter Windows schon lange möglich, kann man Fenster jetzt z.B. links und rechts nebeneinander auf dem Screen anordnen. Im Zusammenhang mit Mission Control ist die Positionierung als Vollbild-App genauso einfach, wie das Erzeugen eines neuen, virtuellen Desktops.
  • Spotlight hat deutlich dazu gelernt und kann nun auch in natürlicher Sprache mit Suchanfragen gefüttert werden. Wenn das auf Deutsch genauso gut funktioniert, wie Craig das auf Englisch gezeigt hat…

Daneben gab es noch ein paar Dinge, die man erwähnen kann. So wurde das Tab-Handling in Safari deutlich aufgebohrt und auch die Mail-App bekommt ein paar Features spendiert, die man aus iOS bereits kennt. Wischgesten zum Löschen, etc. halten jetzt auch in OS X Einzug.

Ebenfalls gedreht wurde an der Performance. Metal, der bereits für iOS genutzte Grafik-Abstraktions-Layer und vermutlich noch ein paar andere Dinge unter der Haube sollen OS X schneller machen und für weniger Stromverbrauch sorgen. Beides ist ja nie verkehrt 🙂

Ein wenig verstört hat mich ja diese komische Spieledemo. Vielleicht bin ich zu alt, aber das war doch eine seltsame Vorstellung, oder? Sowohl inhaltlich, wie personell o_O

iOS 9

Bei iOS 9 werden ebenfalls eher dedizierte Punkte angegriffen, als das gesamte System umgekrempelt. Allerdings gibt es mehr herausragende Punkte, als für OS X. Nur nicht auf allen Geräten, denn das iPad scheint Apple diesmal besonders im Auge gehabt zu haben.

  • Sie ist da, die Split-View auf dem iPad (Air 2(!)). Und mit ihr kommt echtes Multitasking. Mit einem Wisch von rechts blendet man das sogenannte Slide-over ein und kann z.B. kurz seine Nachrichten checken, ohne die gerade genutzte App verlassen zu müssen. Man kann aber diesen Bereich auch fix einblenden und in den Split-Screen Modus wechseln. Der Austausch von Daten wird so bedeutend einfacher und Links, Texte und Bilder aus dem Web (und auch vieles andere) lassen sich schnell mal in die daneben offene Notizen App übernehmen.
  • Korrekt! Die Notizen können jetzt Bilder. Und Textformatierungen. Und Zeichnungen. Und Zeugs. Konnten sie vorher eigentlich auch schon, hatte ich aber vergessen, bis ich unten in den Kommentaren drauf hingewiesen wurde. Aber jetzt wird natürlich alles schöner und besser 😉 Ich mochte die App schon immer als schnelle, kleine „Ich schreib’s kurz auf“-App. Jetzt wird sie richtig cool.
  • Multitasking geht übrigens so weit, dass sogar ein laufendes Video als Overlay im Picture-In-Picture Mode dargestellt und weiter angeschaut werden kann, während man im eigentlich im Web surft. Saumäßig geil, finde ich.
  • Auch auf iOS lernt Spotlight deutlich dazu und bekommt sogar eine eigene API, die für andere Apps nun endlich auch offen steht. Und Spotlight soll deutlich mehr Intelligenz auf das iPhone bringen. Ob es wirklich weiß, was ich Morgens als erstes mache und mir meine Apps automatisch anbietet? Ich hoffe, es kocht auch Kaffee! Das bleibt sicher abzuwarten. Die Demo war jedenfalls cool.
  • Im Zusammenhang mit Siri, welche ebenfalls wieder deutlich erweiterte Möglichkeiten bekommt, könnte der Umgang mit dem iPhone und dem iPad noch ein Stück komfortabler werden. Das möchte ich aber – vor Allem auf Nicht-Englisch – erst einmal ausprobieren.
  • Was ich ganz sicher zu schätzen wissen werde, sind die neuen Möglichkeiten der iPad-Tastatur. Es gibt jetzt auch Tasten für Copy/Paste und die gesamte Fläche kann zur Navigation des Cursors als Trackpad benutzt werden. Das wurde auch endlich Zeit. Dieses Lupen-Wisch-Scroll-Gedönse war ein schon ein wenig lästig.

Neben den genannten Punkten gab es noch ein paar, die mich aber gar nicht so beeindruckt haben. Die News App… na gut. Passbook heißt jetzt (huch) Wallet. Apple Pay kommt nach GB (ich will das auch!). Die Karten-App kann öffentliche Verkehrsmittel (einschließlich Navigation, aber in DE nur in Berlin… na gut). Und schneller und toller ist es natürlich auch geworden und hat jetzt einen Stromspar-Modus (das kann ja nie schade).

watch OS 2

Was soll ich groß schreiben? Es gibt ein neues OS für die Uhr, die ich so gern hätte, mir aber grad nicht leisten kann (oder will). Das native Apps für das Ding kommen, war an sich klar und ich bin nach wie vor überzeugt, dass die Apple Watch die einzige Smart Watch auf dem Markt ist, die auch Smart ist. Wenn man ein iPhone hat. Das ändert sich auch mit nativen Apps nicht wirklich. Aber es bohrt die Möglichkeiten trotzdem enorm auf. Auch, weil Entwickler nun auf deutlich mehr Ressourcen, wie die Digital Crown und verschiedene Sensordaten direkt zugreifen können.

Dazu kommen noch neue, auch selbst zu gestaltende Ziffernblätter, ein Time-Travel-Mode, der mich die Uhr quasi vorstellen lässt, um zu sehen, was ich zu einem Zeitpunkt in der Zukunft so geplant habe und tun sollte (oder so) und ein Wecker-auf-dem-Nachttisch-Modus, den ich zugegebenermaßen cool finde, da ich mein iPhone genau so in der Nacht auch nutze. Dabei dienen die Crown und die Taste als Pause/Aus Taten. Und noch ein paar Dinge. Cool. Aber hab ich nicht. Leider.

Swift

Swift ist – oder wird – Open Source. Das war schon ein ziemlicher Hammer. Und ich finde es gut, denn nun haben deutlich mehr Entwickler die Möglichkeit, für und an Swift zu arbeiten. Früher oder später (also wenn ich Zeit finde; also vielleicht nie; sigh) muss ich mir das angucken. ich möchte auch mal wieder was programmieren und ein paar Ideen habe ich auch. Interessant ist noch, dass Swift auch für Linux kommt. Was das genau bedeutet, möchte ich auch mal wissen.

Apple Music

Haua… Viel Luft um fast nichts, würde ich sagen. Der Part der Keynote war eindeutig viel zu lang. Auf Twitter hieß es bereits, die spielen mehr Musik, als MTV. Und sind wir mal ehrlich, deutlich mehr als Spotify kann das nicht. Und billiger ist es auch nicht. Und Spotify habe ich(!) bisher auch nicht gebraucht.

Ich möchte zugeben, dass die UI, also Aussehen und Bedienung, einen sehr schicken Eindruck machten. Und die Integration in iOS würde mich wohl eher zu Apple Music, als zu Spotify greifen lassen. Aber ich bin da (noch) altmodisch und besitze die meiste Musik, die ich so höre bereits digital, oder auf kleinen, silbernen (oder auch größeren, schwarzen) Scheiben. Damit sind 90% meines Musikbedarfs gedeckt. Ich bin also nicht die ideale Zielgruppe für einen Streamingdienst, der im Jahr dann (voraussichtlich) auch minimum 120€/Jahr kostet. Ist man allerdings eine Familie mit mehreren potentiellen Abonnenten sieht das natürlich ganz anders aus. Hier verweise ich aber einfach mal auf die Apple Music Seite für Einzelheiten. Ein paar interessante Features bietet der Dienst schließlich schon.

Am interessantesten finde ich noch, dass es eine neue Musik-App geben wird. Das wird nämlich auch Zeit. Die alte ist grottig und reißt mir, trotz korrekter Metadaten und korrekter Darstellung in iTunes, meine Alben willkürlich auseinander. Ich hasse das! Und ich hoffe sehr, dass das besser wird. Und ich bin gespannt, wie sehr einen Apple mit der neuen App und der neuen iTunes Version (klar, gibt es natürlich auch) Richtung Apple Music drängt. Warten wir ab.

Fazit

Ich hätte gerne ein AppleTV 4 gesehen. Und auch mehr von HomeKit (nahm das überhaupt 2 Minuten ein?). Aber ich freue mich auf die Updates für OS X und iOS. Besonders die Verbesserungen bei Spotlight und Siri machen mich neugierig. Aber auch der Multitasking-/Splitview-Mode auf dem iPad und das verbesserte Keyboard werden mir sicher Spaß machen. Wenn dann neben den kleineren Handlingverbesserungen auch noch die Performance auf Mac und iPhone besser wird, bin ich durchaus schon zufrieden. Es braucht keine umwälzenden Änderungen, wenn ihr mich fragt. Und auch Apple Music braucht es für mich nicht unbedingt.

Oder? Wie seht ihr das? Konnte euch das gezeigte, oder auch die WWDC-Keynote im allgemeinen begeistern? Oder hat euch das ganze eher kalt gelassen und ihr habt die „echten“ Innovationen vermisst?
{ 2 Kommentare… add one }

Trackbacks

Hinterlasse einen Kommentar

*