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Nachlese: WWDC 2014 Keynote

WWDC 2014 - Banner

An sich wollte ich gar keinen Artikel zur WWDC schreiben. Schließlich gibt es schon genug Feature-Auflistungen und Live-Ticker Analysen zur gestrigen Keynote auf Apples Developer Conference. Die Begeisterung für so manches Feature und was man so in den sozialen Netzen liest, lassen mich aber doch kurz in die Tasten hauen.

Ich möchte gar nicht so arg tief auf all die neuen Features eingehen, die Apple mit OS X Yosemite und iOS8 vorgestellt hat. Nur ein paar Krümel, die mir besonders ins Auge gesprungen sind darf ich anreißen, oder? 😉

Design

Mir gefällt’s! Und zwar beides! Also OS X und iOS8. Ich mag iOS7 bereits, über das viele gelästert haben und das sicher auch ein paar Schwachstellen hat. Und bestimmt wurden nicht alle mit iOS8 beseitigt und es wird auch neue geben.
Aber das allgemeine Design gefällt mir. Ich mag das flache, etwas zurückhaltende, helle Design. Und ich mag den Dark-Mode für die dunklen, langen Winterabende, oder so.

Handoff

Am meisten hat mich wohl die immer tiefer gehende Integration von iOS und OS X beeindruckt. Wenn alles wirklich so funktioniert, wie Apple es live vorgeführt hat, dann gibt es sicher kein anderes System, bei dem alles derart ineinander spielt, wie bei Apple. Und genau dafür lasse ich mir ein geschlossenes Apple-Universum gefallen. Das ist es aber auch, was ich erwarte. Das ich meine Mail hier anfange, und sofort dort weiter schreiben kann. Dass ich meine Messages synchron auf allen Geräten habe (was bisher nicht so richtig geklappt hat). Das ich endlich auch Telefonate dort annehmen kann, wo ich gerade bin, egal, ob im Büro am Rechner, auf dem Sofa mit dem iPad, oder unterwegs mit dem iPhone. So soll, so muss es funktionieren. Und hoffentlich geht Apple diesen „Continuity“-Weg konsequent weiter.

Extensions

Möglichweise wurde es Zeit, dass auch Apple ein klein wenig mehr Offenheit in iOS bringt. Endlich können auch hier andere Hersteller ihre Tastaturen unterbringen und Apps Dienste für andere Apps, bzw. das System bereit stellen. Sicher noch immer nicht so weitgehend, wie es z.B. bei Android möglich ist. Ich für meinen Teil möchte das auch gar nicht unbedingt. Mir ist hier der Sicherheitsgedanke wichtiger. Trotzdem gefällt es mir gut, dass diese Copy/Paste-Orgien an manchen Stellen weniger werden.

iCloud Drive

Auch auf einen offeneren Datenaustausch zwischen Apps und Systemen freue ich mich. iCloud Drive klingt doch stark nach einem Dropbox-Konkurrenten für mich. Es gibt zwei Hauptpunkte, die mir die iCloud in Zukunft wohl noch schmackhafter machen. Zum einen, dass es jetzt wohl wirklich, zumindest annähernd, wie ein Filesystem funktionieren kann. Und zum anderen, und das fand ich sehr erstaunlich, dass es nicht nur für iOS und OS X funktionieren wird, sondern dass eine deutlich tiefere Integration auch in Windows erfolgt. Das mag für viele Apple-janer (oder wie das heißt) keine große Rolle spielen. Ich bin aber Berfusbedingt auf beiden Systemen unterwegs. Und ich freue mich sehr darauf, endlich auch von Windows aus auf mehr als nur Photos zugreifen zu können. Nicht nur Microsoft nähert sich mit manchen Produkten, wie Office, wieder an Apple an. Auch umgekehrt scheint das zu funktionieren.

Family Sharing

Endlich, endlich kann ich mit Musik und Büchern wieder so umgehen, wie ich es von früher her kenne. Zumindest fast. Bis zu sechs als Familie deklarierte Personen können sich gekaufte Inhalte teilen. Also kann ich meine gekaufte MP3-CD auch meiner Liebsten „geben“, weil ich tolle Musik gerne teile. Oder meinem Junior eine von mir eh schon gekaufte App empfehlen, ohne, dass er sie von seinem Taschengeld nochmal bezahlen, oder auf meinem iPhone spielen muss. Es bleibt abzuwarten, wie weit das ganze geht, kann man doch auf Apples Website zum Thema lesen, dass nicht alle Inhalte für das Family Sharing zur Verfügung stehen werden.

Swift

Swift stimmt mich ein wenig nachdenklich. Eine komplett neue Programmiersprache führt man nicht mal eben so ein. Und diese wird kaum ein Nischendasein führen, soll sie doch über kurz oder lang Objective-C ersetzen. Ein Urteil mag ich mir nicht anmaßen, da ich bisher nicht für Apple-Systeme entwickelt habe. Aber vor habe ich das. Also lerne ich dann Swift. Für mich okay. Ich hoffe nur, Swift funktioniert auch. Ich bin seeehr gespannt, auf die Stimmen aus der Entwicklergemeinde.

Sonstige „Kleinigkeiten“

Vermutlich muss man auch Dinge wie Homekit und Healthbook erwähnen. Ich bin nur gespannt, wie das wirklich funktioniert und ob mein Heimautomationssystem der Wahl – Homematic von eQ3 – sich irgendwann auch in den Reigen der unterstützten Systeme einreiht.

Oder „Hey Siri“ – das IMHO besser klingt, wie „Ok, Glass“. 😉  Schon cool, wenn ich im Auto gar keinen Knopf mehr drücken muss, wenn ich was von meinem iPhone möchte. Wichtiger wäre mir an der Stelle aber, dass Siri mich besser versteht. Zweisprachiges Deutsch/Englisch-Gemisch ist schließlich noch immer ein Problem. Ohne kann ich aber kaum Musik per Sprache auswählen.

Neue Funktionen in iPhoto, die toll aussehen, deutlich mehr Möglichkeiten für Spotlight, die schon fast, aber eben nur fast, meinem geliebten Alfred Konkurrenz machen, Enterprisefunktionen, etc.pp. Vieles davon ist gut, sieht gut aus, wird sicher auch gut sein, kann man aber woanders nachlesen. Ihr werdet’s schon finden. Hier zum Beispiel in Apples Keynote-Aufzeichnung als Stream 🙂

Keine Hardware?

Okay, in der Vergangenheit gab es immer wieder mal neue, oder zumindest aktualisierte Hardware auf der WWDC. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass es sich im Kern um eine Entwicklerkonferenz handelt! Hier geht es um Software-Entwicklung; um APIs, SDKs und Möglichkeiten seine Ideen auf ggf. neuen Betriebssystemen zu verwirklichen. Nirgendwo steht geschrieben, dass Apple an der WWDC neue Hardware vorstellen muss.

Und, ganz Ehrlich, wäre das gestern auch etwas viel gewesen. Es gab genug Neues zu bestaunen, wenn ihr mich fragt.

Nicht viel Neues?

Einige Kommentare weisen darauf hin, dass vieles von dem, was Apple für iOS8 und OS X Yosemite gezeigt hat, bei „Anderen“ schon lange gang und gäbe ist. Widgets seien ein alter Hut und für Android kann man schon ewig 3rd-party Tastaturen installieren, etc.pp.

Zum Teil ist das richtig und man kann Apple vorwerfen, nicht schon früher ein wenig mehr Offenheit in iOS gebracht zu haben. Auf der anderen Seite ist iOS vermutlich das sicherste mobile OS mit nennenswertem Marktanteil überhaupt. Und ich hege die Hoffnung, dass sie sich gerade im Zuge der vergangenen Security-Diskussionen viele Gedanken zu diesem Thema gemacht haben. Also funktionieren Extensions in iOS, ob nun 3rd-party Keyboard, oder Funktionen für Apps voraussichtlich so, dass keine zu großen Lücken in dieses Sicherheitskonzept geschlagen werden.

Sometimes it takes time to make it right!

Weil es das wert ist

Apples Hardware ist vielleicht ein wenig teurer, als andere. Obwohl ein iPhone, oder iPad heute eigentlich nicht mehr kostet als vergleichbare Geräte der Marktbegleiter im mobilen Markt. Das Gefühl ist trotzdem bei vielen da.

IMHO sind die Geräte aber jeden Cent wert. Ich trage mein iPhone 4S jetzt seit bald 3 Jahren mit mir rum. Vielleicht ist der Akku nicht mehr so ganz taufrisch, aber es hält bei meinem Nutzungverhalten einen Tag durch. Und das Beste daran: Auch mein, in IT-Jahren gerechnet, uraltes Gerät wird noch iOS8 erhalten. Vielleicht nicht mit allen Funktionen. Aber es wird ein Update bekommen. Genau wie mein iPad 3. Welcher andere Hersteller pflegt seine Smartphones und Tablets denn bitte 4 Jahre lang? Irgendwie scheint mir ein iPhone im wahrsten Sinne des Wortes Preiswert zu sein.

Fazit

Die Keynote zur WWDC 2014 war für mich eine sehr gelungene. Wie immer stimmte die Präsentation, der Koch war gut, Craig Federighi war genial. Mit OS X Yosemite und iOS8 kommt Apple ein gutes Stück voran. Der Weg scheint mir der Richtige und ich freue mich schon auf den Herbst, wenn all das, was da gestern gezeigt wurde, auch für den Normalsterblichen verfügbar sein wird. Auf iPhone6 und MacBook 🙂

{ 2 Kommentare… add one }
  • klugscheisser 3. Juni 2014, 09:58

    Hm, wie willst du dein iPhone 4S „fast 4 Jahre“ benutzt haben, wenn es erst im Oktober 2011 veröffentlicht wurde? Bei mir sind das 2,5 Jahre, oder sagen wir fast 3 😉

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