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Mehr Sound, mehr Bild – Yamaha RX-V773

Yamaha RX-V773 BlackAuch wenn der gute alte Denon AVR-1705 noch seinen Dienst verrichtete, waren ein paar Workarounds nötig, um ihn in Betrieb zu halten. Das fast 10 Jahre alte Gerät fällt dem Fortschritt der Technik zum Opfer.

So besitzt er leider keine HDMI-Ports und musste parallel zum Bild, das per HDMI direkt ans LCD ging, über Toslink-Kabel vom VDR (Sat-Receiver) mit dem passenden Ton versorgt werden. Speziell bei deutschsprachigem Material vielen dabei immer wieder leichte Asynchronitäten zwischen Bild und Ton auf.

Deshalb war es an der Zeit sich nach etwas Neuem umzusehen. Nach langer Recherche, einigen Nächten „darüber schlafen“ und vielem Abwägen zwischen Preis und Leistung viel die Wahl auf den Yamaha RX-V773, dem größten Gerät aus der RX-V Serie. Zwischenzeitlich wurde das Gerät aber bereits einem Facelift auf die Nummer RX-V775 unterzogen.

Ausstattung

Ausgestattet mit 6 HDMI-Eingängen und zwei HDMI Ausgängen, sowie den üblichen digitalen und analogen Video- und Audio Anschlüssen, sollte der Yamaha auf längere Sicht den Ansprüchen genügen können. Zusätzlich zum hoch gelobten Audio DSP, der verschiedenste Sound-Kulissen für alle Arten von Musik- und Filmmaterial erzeugen kann, besitzt der Yamaha einen Video-DSP, der Eingangsmaterial bis zu dem in Zukunft kommenden 4K-Standard verarbeiten und ggf. auch skalieren kann (4K Pass-through & 4K Upscaling).

Als Apple-Fan war mir – trotz vorhandenem AppleTV – die Airplay-Fähigkeit wichtig, als langjähriger Musik-Genießer der dedizierte Phono-Anschluss, der mir die Anschaffung eines Vorverstärkers für den geplanten Plattenspieler (ja, das Ding, das die großen, schwarzen Scheiben mit dem kleinen Loch in der Mitte abspielt) erspart. Natürlich „spricht“ der Yamaha auch DLNA und kann als Streamingclient für alle gängigen Formate eingesetzt werden.

Ansonsten glänzt der Yamaha mit hervorragender Ausstattung der oberen Mittelklasse:

  • 7.2 Kanal AV-Receiver
  • Maximale Ausgangleistung 160 W bei 8 Ohm
  • 6 HDMI Eingänge (5 Back/1 Front), 2 HDMI Ausgänge
  • USB und Netzwerkanschluss
  • Phono-Eingang
  • YPAO multi-point measurement zur automatischen Lautsprecherkonfiguration
  • Dialog Level Adjustment zur Anhebung der Dialogwiedergabe im Centerkanal
  • Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, Dolby Pro Logic IIx und DTS_HD Master Audio
  • Unterstützt 3D und Audio-Rückkanal (ARC)
  • Pass-through für Bild und Ton im Standby
  • Pure Direct Modus für unbearbeitete Tonwiedergabe
  • Grafisches OSD zur Steuerung aller wichtigen Funktionen
  • Programmierbare Fernbedienung

Yamaha-RX-V773-Black-Rear

Wo es möglich ist, schalte ich die Signalbearbeitung der anderen Geräte wie Sat-Receiver und TV ab, und überlasse das Processing dem „Profi“, also dem AV-Receiver.

Verarbeitung und erster Test

Die Verarbeitung ist gut, die Front aus Aluminium, nur – und mir unverständlich – der Lautstärkeregler ist aus Kunststoff. Alle Anschlüsse sind solide ausgeführt und gut beschriftet. Die Lautsprecherklemmen, die auch mit Bananensteckern bestückt werden könnten, entsprechen dem zu erwartenden Standard.

Die ersten Tests an meinen Mittelklasse Teufel-5.1-Lautsprechern (Teufel Concept S) waren nach der automatischen Einmessung vielversprechend. Sowieso ist die YPAO-Technik zur Klangfeldmessung ein Highlight.  Man sollte nur nicht vergessen, den Subwoofer auf „Dauer-An“ zu stellen. Ich hatte Anfangs das Phänomen, dass die Einmessung völlig schief lief, weil der Sub sich erst nach ein paar Sekunden anliegendem Signal zuschaltete und so die Messung verfälschte. Hat man diese „Hürde“ umschifft, haben auch mehrere durchgeführte Messungen zu annähernd identischen Ergebnissen und einem letztlich sehr guten Klang und absoluter Bild/Ton-Synchronität an der Hör- und Sehposition geführt. Sehr gut.

Im Bereich Musik holt der Yamaha aus meinen, nunmal eher auf 5.1-Video ausgelegten, Teufel-Boxen raus, was man rausholen kann. Der Klang ist ausgewogen und lässt sich vielfältig den eigenen Bedürnissen anpassen. Ich bezweifle nicht, dass ein paar gute Stereoboxen dem Yamaha alle Ehren erweisen würden. Aber erwartet man das von dieser Firma nicht auch?

Standard, für mich aber durchaus positiv anzumerken, ist der Umstand, dass der Receiver den Ton der TV-Lautsprecher stumm schaltet, sobald er selbst die Wiedergabe übernimmt. Mangels geeigneter Verbindung von Receiver und TV konnte mein alter Denon das nicht leisten. Der Signaleingang lässt sich auch im Standby, also im Pass-Through-Modus umschalten.

Bedienung

Die grafische Benutzerführung am TV ist logisch aufgebaut und erleichtert es, die vielen Funktionen in den Griff zu bekommen. Insgesamt wirkt das Erscheinungsbild aber ein wenig altbacken und versprüht den Charme früher 16-Bit Grafiken. Hat man alles auf seine persönlichen Bedürfnisse und Geschmack abgestimmt, bietet Yamaha zusätzlich zur programmierbaren, aber recht überfrachteten, Fernbedienung auch Apps für iOS und Android und einen eingebauten Webserver zu Steuerung an.

Fernbedienung

Yamaha-RX-V773-Remote

Die Fernbedienung nutze ich für die Steuerung des Fernsehers. Dafür ist ein eigener Abschnitt auf der FB vorgesehen, der die Grundfunktionen wie ein/aus, Programm auf/ab, Lautstärke hoch/runter, etc. enthält. Zusätzlich kann man einen Teil der Tasten, unter Anderem das Steuerkreuz und Menüfunktionen pro gewähltem Receiver-Eingang auf das jeweils diesem Eingang zugeordnete Gerät programmieren. Sprich: Wähle ich am Receiver HDMI 2 als Input – dort hängt mein AppleTV3 – kann ich das kleine schwarze Kästchen aus Cupertino über die Yamaha-FB steuern. Gleiches gilt für die Grundfunktionen des DVD-Players. Nur die Technisat ISIO Fernbedienung kann die Yamaha-FB nicht ersetzen. Dazu gibt es am SAT-Receiver einfach zu viele Spezialfunktionen, die man ständig braucht. Insgesamt ist die programierbare Fernbedienung aber ein echter Mehrwert.

Apps

Herzlichen Glückwunsch, Yamaha. Nicht, dass ihr die einzigen seid, die gute iOS-Apps bauen können, aber die App zur Steuerung eurer AV-Receiver ist tatsächlich gelungen. Wie sagt man so schön? Form und Funktion gehen hier eine Symbiose ein.
Hat man nach dem Start der App das zu steuernde Gerät ausgewählt – es lassen sich z.B. auch die Yamaha Bluray-Player darüber steuern – wird einem der aktuelle Status mit aktivem Eingang, DSP-Programm und Lautstärke sofort angezeigt. Anschließend lässt sich über eine schön gemachte Oberfläche sehr einfach der Eingang umschalten und DSP-Programme auswählen. Auch das Steuerkreuz für das OnScreen-Menü steht zur Verfügung. In den Optionen kann Klangparameter und Geräteeigenschaften einstellen.
Ebenso lobend erwähnen möchte ich, dass Yamaha sich die Mühe gemacht hat, die App sowohl für das iPhone wie auch für das iPad anzubieten. Dabei machen die Apps von den Displaygrößen des jeweiligen Geräts gebrauch.

[App 418512183]

Website

Yamaha RX-V773 WebSiteAls wären zwei Möglichkeiten der Steuerung nicht genug, verfügt der RX-V773 auch noch über einen eingebauten Webserver, der eine Bedienoberfläche über das Intranet zur Verfügung stellt. Hier muss man zugeben, dass sowohl Design, wie auch Funktion nur rudimentär sind. Der Ansatz ist aber gut und die Grundfunktionen durchaus bedienbar. Dazu gehört das Umschalten des Inputs, das DSP-Programm und natürlich die Lautstärkeregelung. Interessant anzumerken ist, dass es URL-Schemas für verschiedene Funktionen gibt, die über Parameter gesteuert werden können.

Beschaffung

Der Yamaha RX-V773 gehört nicht zu den günstigsten Vertretern seiner Klasse, sondern ist im oberen Mittelfeld angesiedelt. Vermutlich auf Grund von knappen Liefermengen ist die schwarze Variante z.T. deutlich teurer, als die Champagner-farbene.

Mit ein wenig Glück und dem Blick abseits der „Großen“ Online-Händler, wie Amazon & Co. bekommt man den Yamaha RX-V773 aktuell bei TSO ab ca. 599 € (Preis am 30.04.2013). Der Preis schwankt im Moment aber stark und ich habe auch schon Angaben von deutlich über 600 € und unter 550 € gesehen. Hier lohnt ein wenig Recherche.

Fazit

Dem Preis entsprechend ist die Verarbeitung in Ordnung. Nichts auszusetzen habe ich bisher an der Audio und Video Wiedergabe. Das Klangbild erscheint mir differenziert, das Bild lässt kaum Wünsche offen, soweit ich das bisher beurteilen kann. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist der Ausstattung entsprechend gut bis sehr gut. Vergleicht man mit anderen Herstellern bietet Yamaha mit Airplay und programmierbarer Fernbedienung, sowie erwartungsgemäß gutem Audio- und Video-Processing sogar ein klein wenig mehr, als die Mitbewerber.

Wie wichtig ist euch Bild und Ton bei einem guten Film? Seid ihr mit eurer Heimkino-Einrichtung zufrieden? Ich freue mich über eure Kommentare 🙂


Galerie

{ 6 Kommentare… add one }
  • Marcel 8. Juni 2013, 12:09

    Gut geschriebener Testbericht. Habe den Yamaha nun seit Janauar 2013.

    Was mich noch interessieren würde, haben Sie die Einstellungen nach dem ausmessen so übernommen oder noch etwas verändert? Bei mir zeigt er bei den Front LS immer invertiert an obwohl die 100% richtig angeschlossen sind. Der Bass kam mir auch zu lasch rüber. Hab den dann über den Yamaha auf +10 db hochgeregelt und am Sub selber etwas über die Hälfte der Lautstärke.

    Mein Boxen System ist das Teufel Theater 500.

    Und dann gibt es ja auch noch diese ypao linear usw. Einstellungen. Welche haben Sie hier gewählt?

    Würde mich über ein paar Tipps freuen um das ganze zu optimieren.

  • Dock Jean Marie 23. Juni 2014, 23:51

    Hallo,
    Super toll beschrieben. Ich habe das Problem, dass ich meine RX V775 bekommen habe und weiß nicht wie ich mein Sat receiver anschließen kann (receiver Human HD+)
    Können Sie hierbei helfen?
    Danke im Voraus

    • Geiststreicher 24. Juni 2014, 07:39

      Wenn ich die Kurzanleitung anschaue, wird der SAT-Receiver ganz normal per HDMI-Kabel an eine der HDMI-In Buchsen (egal an welche der 5) angeschlossen. Der Fernseher wird mit dem HDMI Out des Receivers verbunden. Wenn dann am Receiver der richtige Eingang als Quelle gewählt ist, sollte es Bild und Ton geben. Ansonsten würde ich zuerst mal den SAT-Receiver direkt am TV betreiben und sicherstellen, dass das problemlos funktioniert.

      • Dock Jean Marie 6. Juli 2014, 11:30

        Hallo,

        Sorry für die verspätete Rückmeldung. Es hat alles Dank deine Hilfe super geklappt.
        Tolles Gerät und Kompliment an Dich

        L.G

  • Dock Jean Marie 9. Juli 2014, 14:39

    hallo,
    ich wieder und wie immer erhoffe ich ein paar Tipps von Ihnen. Also folgendes
    Ich habe im Keller einen Server Buffalo Link Station(mit DLNA) stehen
    In EG steht den RX-V775. Beide Geräte gehören zum Heimnetzwerk. Ich kann dann von RX-V775 aus über TV-Bildschirm den Server sehen, durch die Inhalte/Einträge navigieren( teils grau, teils aktiv: warum weiß ich nicht)
    Für die Einträge ( Musik oder Video), die aktiv sind, jedes mal wenn ein Eintrag selektiert ist, sehe ich das Abspielzeichen auf dem Fernsehbildschirm jedoch werden sowohl kein Ton als auch kein Bild des selektierten Eintrag vom Server ausgegeben. Ich verzweifle langsam.
    Könnten Sie mir bitte noch mal hierbei helfen? Was mache ich hier falsch?
    Danke im Voraus
    JM

    • Geiststreicher 14. Juli 2014, 07:42

      Ich bin zwar ein wenig spät dran mit der Antwort, aber vielleicht kann ich ja doch noch ein paar Hinweise geben.
      Es kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, wenn Streaming von Inhalten nicht funktioniert. Da ist zum einen die physische Netzwerkverbindung. Für Musik ist das noch unkritisch, aber spätestens wenn es um Video geht, muss man sicherstellen, dass man eine *sehr gute* WLAN-Verbindung hat. Viel besser ist es hier allerdings, klassisch Ethernet-Kabel zu verlegen.
      Der zweite und viel kompliziertere Punkt sind die verschiedenen Codecs für Audio/Video. Die Fragen, die es zu klären gilt sind dann meistens: Welche Codecs stecken in einem AVI/MP4/… File für Audio und Video und kann mein Endgerät das auch abspielen? Diese Frage lässt sich auf TV-Seite mit dem Handbuch beantworten. Die Mediendateien an sich muss man sich mit geeigneten Tools anschauen.
      Es kann natürlich noch 1000 andere Kleinigkeiten geben, die ein Abspielen von verhindern, aber das kann man aus der Ferne kaum diagnostizieren.

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