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Unterhaltung: Stirb langsam 5 – „Was für ein scheiß Urlaub“

Ja, ganz jung ist Bruce Willis nicht mehr. Im neuen „Stirb langsam 5 – Ein guter Tag zum Sterben“ merkt man das aber kaum. Und wenn, ist es Absicht. So muss es sein.

Story

In Stirb langsam 5 verschlägt es den Polizisten und  2-fachen Vater John McClane nach Russland, wo sein Sohn Jack, gespielt von Jai Courtney, ziemlich in der Klemme, nämlich im Knast, sitzt. Zusammen mit dem Wissenschaftler Komorov, hervorragend verkörpert von Sebastian Koch, der dem designierten Verteidigungsminisiter des Landes nicht in den Kram passt, weil er dessen Karriere beenden könnte.

Die erste überraschende Wendung des Films klärt uns dann recht schnell darüber auf, dass Jack McClane im Dienst der CIA eben diesen Wissenschaftler und seine Tochter außer Landes bringen soll. Nachdem ein Anschlag auf das Gerichtgebäude beiden zur Flucht verholfen und Vater und Sohn auf selbiger wieder vereint hat wird Komorov, als er die Beweise gegen den Verteidigungsminister beschaffen will, von der eigenen Tochter verraten und entführt.
Vater und Sohn heften sich natürlich sofort an die Fersen der Bande und verfolgen sie bis nach Tschernobyl. Dort liegt angeblich die wichtige Akte seit den 80ern im Tresor.
Die zweite überraschende Wendung klärt dann darüber auf, das General Komorov mitnichten das Opfer, sondern der eigentliche Verräter ist. In Tschernobyl lagert nämlich waffenfähiges Uran im Wert von ein paar Milliarden. John und sein Sohn Jack müssen also die Welt vor einem fiesen Bösewicht retten. Was für ein scheiß Urlaub!

Kritik

In 97 Minuten wird einem alles geboten, was ein guter Action-Streifen haben muss: Eine kurze, leidlich plausible Story, unglaublich viel Action, massenweise laute Explosionen, viel Geballer und gute Schauspieler.
Der ganze Film ist eine wahnsinnig dichte Aneinanderreihung all dieser Elemente. Man findet kaum die Ruhe, um mal durchzuatmen, bevor es zur nächsten Verfolgungsjagd geht, oder wieder eine Horde Verbrecher wild um sich schießt. Und das ist auch die größte Stärke des Films. Action kann er! Wenn auch manchmal mit etwas zu wackeliger Kameraführung.

Was er nicht so kann, ist die Stirb langsam Reihe richtig fortsetzen. Für mich ist Stirb langsam ein Bulle mit Helfersyndrom, der aus Alltagssituation in die größten Schlamassel gerät. Dabei ist John McClane immer darauf bedacht, die Schwachen aus den Händen der Bösen zu befreien; mit Charme, Witz, dummen Sprüchen und im Unterhemd. Leider kam das meiste davon im 5. Teil ein wenig zu kurz. Die Dialoge sind zu sehr Dosenware, die „rettet die Welt“-Story eine Nummer zu aufgebläht, witzige und überraschende Elemente zu selten.

Trotzdem zählt Bruce Willis nicht zum Eisen. Er rettet den Film über die Zeit, die dann doch sehr schnell vergeht. Auch Jai Courtney macht seine Sache nicht schlecht, kann mit dem Altstar aber nicht ganz mithalten, der sich mit Selbstironie über sein Alter lustig macht und in den wenigen, witzigen Momenten eben doch zum schmunzeln verführt.

Fazit

Der 5. Teil ist sicher der schwächste aus der Reihe. Aber nicht, weil es ein schlechter Action-Streifen wäre, oder die schauspielerischen Leistungen nicht gut wären, sondern weil man die Herkunft nicht mehr erkennt. Der Streifen hätte auch ein beliebig anderer Film mit Bruce Willis sein können.
Ansonsten ist Strib langsam 5 ein ziemlich guter Action-Kracher, dessen 97 Minuten sehr schnell vergehen und es lohnt sich, ihn anzusehen.

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