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Auf die Apps kommt es an – Microsoft Surface ist (fast) da

Microsoft Surface mit TouchCoverNun hat es auch Microsoft geschafft. Das erste von MS selbst gebaute Tablet, das Surface in der ARM Variante ist da. Oder sagen wir mal, fast da, denn man kann es zwar vorbestellen, aber ausgeliefert wird natürlich erst ab Erscheinen von Windows 8 am 26.10.2012.

ARM dran!?

Wie bereits bei der Product-KeyNote bekannt gegeben (Wann war die denn noch? Das ist doch schon ewig her, oder?), ist das erste verfügbare Gerät, das mit dem NVidia T30 ARM-Prozessor ausgestattete Surface. Auf diesem wird also nicht das „normale“ Windows 8 laufen, sondern es wird mit Windows 8 RT ausgeliefert. Sieht genauso aus, ist aber anders. Doch dazu später mehr.

Was der T30 tatsächlich kann, bleibt abzuwarten. Im Geekbench kommt er nicht ganz an den A6 von Apple, verbaut im neuen iPhone 5, heran. Im Vergleich zum iPad, ist die reine Performance aber deutlich überlegen. Ob es sich auch schneller anfühlt, bleibt noch abzuwarten.

Die Speicherausstattung bewegt sich im Tablet üblichen Rahmen; 32GB oder 64GB stehen aktuell zur Verfügung.

Auch die übrigen technischen Daten versprechen keine Überraschungen. Das Surface ist etwas anschlussfreudiger als das iPad und kommt mit einem USB 2.0 Port, microSDXC-Kartenslot und HD-Videoausgang.

Interessant ist allerdings das Type-Cover, das es in zwei Varianten – mit reiner Touchtastatur und mit realen Tasten – gibt. In der günstigsten Ausstattung ist dieses allerdings nicht mit im Lieferumfang.

App-solutismus

Letztlich wird ein Argument über Wohl und Wehe der Microsoftschen Tablets entscheiden – und dies gilt ganz besonders für die Windows 8 RT Variante:

Wieviele Apps gibt es?

Und ich meine vernünftige Apps! Für die Benutzer bereit sind Geld auszugeben! Im Bereich Produktivität und Games wird sich zeigen, was das Surface kann. Wird Microsoft genug Entwickler begeistern können, um den Microsoft Store zu füllen?

Immerhin, Office 2013 RT wird bereits mitgeliefert. Das ist ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt, kann aber sicher nicht das alleinige Kaufargument sein.

Apple hat mit seinem iPad einen jahrelangen Vorsprung, den aufzuholen sehr, seeeehr schwer fallen wird.

Anders dürfte das ganze beim im nächsten Jahr erscheinenden Surface mit Intel Prozessor sein. Auf diesem werden, schenkt man den Ankündigungen glauben, alle Programme laufen, die auch auf einem Desktop-Windows laufen. Der beschränkende Faktor dürfte hier die Hardware sein. Ob das Intel-Surface mit Windows 8 tatsächlich performant genug ist, um wirklich alles zu können, bleibt noch abzuwarten. An der Verfügbarkeit von Anwendungen wird es aber nicht liegen.

Private Affairs

Für wen wird denn das Surface überhaupt interessant sein? Wie bereits beschrieben, hängt das sicherlich von den zur Verfügung stehenden Apps ab. Das gilt natürlich für den Businessbereich. Aber noch wichtiger sind Apps im Privatkundengeschäft.

Denn auch, wenn man heute nur spekulieren kann – die Intel-Variante des Surface dürfte um einiges teurer werden, als es die ARM-Variante ist. Und damit schrumpft der Markt im Privatsegment. Das Intel-Surface ist prädestiniert für den Businessbereich, den Microsoft sowieso mit seinen Windows-Installationen dominiert. Dort passt ein Windows-Tablet vielfach in die bereits vorhandene Infrastruktur. Und da vorhandene Programme vermutlich einfach auf das Tablett installiert werden können – lässt man mal außen vor wie es mit der Bedienung aussieht – ist die Einstiegshürde relativ gering.

Fazit

Das Microsoft Surface bringt ein paar interessante Konzepte mit. Zum einen fühlt sich das OS auf Desktop und Tablet annähernd gleich an, davon ist auszugehen. Das Type-Cover ist ein echter Mehrwert für alle Vielschreiber. Und die Integration in eine vorhandene Microsoft-Infrastruktur dürfte leidlich funktionieren – beim Surface mit Windows 8 RT etwas weniger, bei der Intel-Variante sicher etwas mehr.

Im Businessbereich wird Surface als Ergänzung zur vorhandenen Infrastruktur sicher eine Rolle spielen. Allerdings wird vielfach das deutlich teurere Intel-Tablet das Gerät der Wahl sein. Apple spielte zwar – mangels Konkurrenz – auch eine gewisse Rolle, wird aber in Zukunft einen schweren Stand bei den CIOs haben.

Im Privatkunden geschäft stellt sich die Lage genau anders herum dar. Preislich wäre das Surface mit Windows 8 RT sicher interessant, kostet es doch mit Startpreisen ab 479,- € ähnlich viel, wie Apples iPad. Allerdings ist das Angebot an Infrastruktur bei weitem nicht so gut ausgebaut, wie Apple das in den letzten Jahren getan hat und zusätzlich kommt jetzt ein iPad Mini zu Preisen ab 249,- € (glaubt man den Gerüchten). Am Ende gilt hier ganz sicher:

No Apps, no Success!

{ 1 Kommentar… add one }
  • Justa 18. Oktober 2012, 00:52

    Ich glaube eigentlich, dass auch Privatanwender sich das Surface genau anschauen werden. Gerade der Vorteil einer Tastatur ist nicht von der Hand zu weisen – nicht nur für Arbeitstiere.

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