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Meinung: Zu teuer, zu schwach und hammergeil – Apple Keynote

Apple Keynote Banner Oktober 2012

Haben wir es nicht gewusst? Klar haben wir es gewusst. Und zwar fast alles, was auf der Keynote gestern Abend vorgestellt wurde. Leider haben wir es gewusst, denn die Spannung war zuerst mal mäßig. Und doch bin ich mitfiebernd vor dem Fernseher gesessen, auf dem mein AppleTV 2 den Livestream ausstrahlt. Und ja, am Ende hat es sich gelohnt, finde ich.

Was es gab

Wie immer gab es erstmal Zahlen. Beeindruckende Zahlen, dass muss man sagen.

  • 5 Millionen verkaufte iPhone 5 an einem Wochenende.
  • 3 Millionen verkaufte iPods.
  • iOS 6 läuft auf 200 Millionen Geräten. In den USA sind das wohl bereits über 60%. Davon träumt Google, behaupte ich mal.
  • 28.000 iMessages pro Sekunde(!)
  • 91% des Tablet-Webtraffic wird durch iPads verursacht

Dann gab es ein neues iBooks. Nicht revolutionär, aber für einige sicher etwas, dass ihnen bisher gefehlt hat: Das Scroll-Theme. Nun kann man nicht nur blätternd durch die eBooks streifen, sondern auch in einem Endlos-Scrollmodus. Und ich wette, dass sich unter der Haube noch einiges mehr getan hat, was neuen eBooks zugute kommen wird.

Und es gab Macs. Viele Macs. Und wirklich tolle Macs.
Zuerst natürlich das neue Retina MacBook Pro in der 13″-Variante. Ganz  sicher ein tolles Gerät. Die Displayauflösung ist mit 2560×1600 absolut hammer! Auch die Schnittstellenausstattung hat sich an das 15″-Modell mit USB3.0, 2xThunderbolt, MacSafe 2 und HDMI-Ausgang angepasst.
Auch der Mac mini hat ein Update erfahren und wurde an die technischen Standards angepasst. Neue Core i5 und i7, bis zu 16GB RAM und wahlweise HDs ab 500GB, SSD oder Apples neues Fusion Drive, eine HybridPlatte mit SSD Anteil und HD, die durch OS X verwaltet wird. Und da es Apple ist, wird es funktionieren!
Und dann der neue iMac. Eine der wirklichen Überraschungen der Keynote. Nicht, dass man nicht mit einem iMac gerechnet hätte. Aber so? Das neue Design ist unglaublich. Man fragt sich wirklich, wo da der Rechner drin steckt. Vor Allem einer mit diesen Leistungsdaten. Alles aktuelle Technik. Core i5 und i7, mindestens 8GB RAM, Apples Fusion Drive bis zu 3TB, dedizierte NVIDIA Grafikkarte bis zur wirklich flotten GTX 675MX, USB3.0, Thunderbolt, und und und…

Der Star der Show, das Gerät, auf das alle gewartet haben, kam natürlich auch… allerdings zum Schluss. Gut für die Spannung… zumindest bei mir… von wegen mäßig und so… das iPad mini 🙂
Eindeutig ein iPad, eindeutig Apple:

  • Nicht 7″, sonder 7,9“ und damit größer als die Konkurrenz
  • 308g (!)
  • 2,4 und 5GHz WiFi bis 802.11n
  • Bluetooth 4.0
  • LTE

Beeindruckend. Und schön. Sehr schön sogar. Die schwarze Rückseite gefällt mir ausgesprochen gut. Ein tolles Gerät für alle, denen 10″ einfach zu groß und zu schwer sind.

Apropos groß! Es gab tatsächlich auch ein neues iPad, das iPad 4. Als Nachfolger des iPad 3, hat es diesem den Lightning-Anschluss voraus und es steckt Apples A6-Prozessor drin. Für mich eher ein iPad 3S. Nun gut.

Es gab auch, wie gewohnt, wirklich tolle Präsentationen und Videos. Vor Allem das Erscheinen des iPad mini, dass sich hinter seinem großen Bruder versteckt hat, gefiel mir dramaturgisch ausgesprochen gut. Das kann Apple einfach. Alle Achtung!

Was es  nicht gab

Es gab keine guten Preise. Also zumindest nicht beim iPad mini. Und auch das stimmt eigentlich nicht ganz, denn das iPad mini ist den Preis, den Apple verlangt durchaus wert. Nur ob er niedrig genug liegt, um Google und Amazon Käufer abzuluchsen? Ich zweifel ein wenig daran. Die magische Grenze von 299$ hätte für das „Einsteigermodell“ nicht überschritten werden dürfen. Dann wäre es ein absoluter Kindle und Nexus Killer. So ist es nur ein kleines großes Tablet, dass ganz sicher seine Käufer finden wird. Nämlich genau bei denjenigen, denen das normale iPad zu groß ist und ein leichtes handliches Gerät für unterwegs suchen. Vermutlich haben die zu dem Zeitpunkt noch ein Android-Smartphone 😉 Leider gibt es auch wieder nur LTE-Light, wenn man es mal so nennen möchte. Weiterhin ist man, zumindest in Deutschland, auf das LTE-Netz der Telekom beschränkt. Die anderen funken auf anderen Frequenzen, die vom iPad, weder vom mini, noch vom iPad 4, unterstützt werden. Schade, kommt doch der LTE-Ausbau recht gut voran.

Und es gab – um es mal mit Tim Taylor zu sagen – nicht genug Power! Ich war sehr gespannt auf das 13″ Retina MacBook Pro. Nächstes Jahr wird bei mir sicher eine entsprechende Anschaffung ins Haus stehen. Nur war ich bisher unschlüssig, ob es denn ein 15″ Modell sein muss. Schließlich wären 13″ für unterwegs viel angenehmer, leichter, kleiner und damit portabler. Daheim habe ich doch sowieso einen großen Monitor, falls es einen braucht. Aber – ja, es gibt jetzt leider ein „Aber“ – das 13″ Retina MacBook Pro hat eines nicht, dass ich, als Poweruser und IT-Verrückter und Informatiker, von meiner Wunschliste nicht wegdiskutieren kann: Eine dedizierte, einigermaßen performante Grafikkarte, die auch mal ein Spielchen aushält. Ich bin ja kein Benchmark-Junkie, aber die Zahlen sprechen schon Bände:

Benchmark HD4000 - GT650M

Quelle: notebookcheck.com

Schade, denn damit kippt die Waage der Entscheidung doch auf ein 80:20 zu Gunsten des 15″ Modells.

Wie ich es fand

Das iPad mini ist zu teuer, das iPad 4 kein iPad 4, das 13″ Retina MacBook Pro ist zu schwachbrüstig auf der Grafik, der Mac mini so neu nun auch nicht und ein iMac sowieso nicht transportabel. So! BAM!

Und das war’s? Natürlich nicht 😉

Für das was das iPad mini kann und ist, ist es nicht zu teuer. Es ist jeden Cent wert (auch wenn es Europa mehr Cents sind, als in den USA) und ein ganz tolles Gerät. Ein iPad eben. Und ein sehr leichtes, schnelles, schickes dazu.
Das iPad 4 ist reine Produktpflege. Aber auch hier kann man sagen, dass es eine würdige Anpassung an aktuelle Apple-Technik ist. Und schließlich kostet es ganz genau das gleiche, wie vorher.
Das MacBook hätte ich mir tatsächlich mit einer dedizierten Grafikkarte gewünscht. Aber 13″ sind eben nicht 15″ und irgendwo muss das Ding ja eingebaut werden. Und irgendwie muss auch die Wärme raus. Das mag bei 13″ nicht so einfach sein. Wer mehr Leistung braucht und/oder will, muss etwas mehr ausgeben (wie immer eben) und auch das Mehr an Gewicht in Kauf nehmen. Das ist kein Nachteil, sondern eine Entscheidung!
Und den iMac würde ich am liebsten sofort kaufen. Unglaublich toll. Wäre für mich das ideale Zweitgerät nach einem MacBook Pro. Leider bin ich nicht Krösus und somit wird es wohl keinen der schönsten Rechner dieser Welt geben. Leider.

Am Ende sage ich mal: Alles richtig gemacht, Apple. Schöne Keynote, tolle Produkte, Emotion und Technik perfekt vereint. Und wer es nicht mag, soll halt woanders hingehen. Schließlich darf jeder selbst entscheiden, was er für sein Geld kauft und braucht.

P.S. Die Apple-Keynote zum nachschauen gibt es übrigens auf der Apple-Event-Seite!

{ 2 Kommentare… add one }
  • Gerhard Schröder 24. Oktober 2012, 10:16

    Ich bin auch zufrieden mit der Keynote. Werde mir keine neuen Produkte kaufen (müssen) 😉

    • Geiststreicher 24. Oktober 2012, 10:50

      Du Glücklicher 😉 Ich plane ja eh eine Anschaffung und bin ganz froh, dass mir die Wahl nicht soo schwer gemacht wird.

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